Dienstag, 23. Dezember 2014

Stille Nacht ...

               
                         Stille Nacht ...




... ganz still, bei mir oft auch voller Erinnerungen. Erinnerungen an all die lieben Menschen die mir stets die Jahre versüßt und mich von ganzem Herzen geliebt haben. Erinnerungen an Menschen die jetzt  noch leben, in meinem Herzen.

Eine dieser Erinnerungen möchte ich Euch schenken. 

Vor einigen Jahren traf ich bei einem Einkauf meine Grundschullehrerin wieder. Eine sehr resolute, streng katholische und unheimlich engagierte Frau die mittlerweile das 80. Lebensjahr erreicht hatte.

Sie sprach mich an. Sie war fasziniert von unserer Gemeinschaftlichkeit, wie wir, die Kinder und ich,  unseren Großeinkaufswahnsinn  meisterten. 

Ein Glück, dass sie mich ansprach sonst wäre ich jetzt um eine großartige Erfahrung ärmer!

Wir unterhielte uns. Wir verabredeten uns. Sie bat die Kinder an einem von ihr organisiertem Adventskaffee zu musizieren. 

Die Kinder musizierten und wir telefonierten regelmäßig, tauschten uns aus. So durfte ich "meine Lehrerin" ganz neu erleben und das nach 30 Jahren.

Sie mit Worten zu beschreiben wäre eine unlösbare Aufgabe. Kritisch, modern, lustig, eigensinnig,  liebevoll, streng, sehr gläubig mit dem festen Glauben an die Reformation der Kirche und das mit 80 Jahren ... an mich als Schülerin erinnern, konnte sie sich nicht :-). Ich war wohl zu unauffällig.

Eine ihrer Geschichten möchte ich hier erzählen, eine ihrer Vorträge des Adventskaffees. Vielleicht zaubert sie ein lächeln auf Euer Gesicht, versüßt Euch das Weihnachtsfest auch wenn ihr sie nicht kanntet.



Der Tölpel

Unter den Hirten auf dem Felde war auch ein Einfältiger. Er wurde von den anderen nur Tölpel genannt. Als eines Nachts der Engel des Herrn erschien, um ihnen die Geburt Christi anzukündigen, begriff der Tölpel die Worte des Engels nicht. Aber überwältigt von dem Glanz, der von dem Engel ausging, fiel auch er, im innersten erschrocken, auf die Knie.

Und als die anderen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte, sich aufmachten, das Kind zu finden, wollte auch er mit ihnen gehen. Aber die Hirten schämten sich seiner, denn sein Gewand war zerrissen, sein Bart struppig und der Ausdruck seines Gesichtes war einfach nur blöd.

Bleib´du nur bei den Schafen und beim Feuer, sagten sie. Das Kind, das wir suchen , ist kein gewöhnliches Kind. Einen Tölpel, wie du einer bist, kann es nicht brauchen.

Doch der Tölpel ließ sich von ihren Worten nicht einschüchtern. Er lief ihnen nach, auch wenn er Mühe hatte zu folgen.

Was willst du ihm denn schenken, spotteten sie. Da sah der Tölpel erst, dass sie alle beladen waren mit Milch und Honig, mit Wolle von Schafen, mit Käse und Brot. Daran hatte er nicht gedacht. Er wurde sehr betrübt .

Aber auf einmal heiterte sich seine Miene auf, und er rief voller Stolz:"Ich könnte die Fliegen von seinem Gesicht verscheuchen".
"Was glaubst du eigentlich!", riefen die anderen zurück."Dazu sind die Engel da!" Der Tölpel wurde sehr traurig. Aber auf einmal heiterte sich seine Miene auf, und er rief voller Stolz: "Ich könnte seine Füße reiben, um es zu wärmen".

"Was glaubst Du eigentlich!" riefen die anderen zurück." Dazu sind die Engel da!" Der Tölpel fing an zu weinen. Aber auf einmal heiterte sich seine Miene zum dritten mal auf und er rief voller Stolz:" Ich könnte ihm ein Lied singen, damit es schlaf findet!" 

"Was glaubst Du eigentlich!", riefen die anderen zurück." Dazu sind die Engel da!" Der Tölpel war nun sehr betrübt und weinte vor Hilflosigkeit. Aber er gab nicht auf. Er wollte den König und die Engel, die von seinem Gesicht die Fliegen verscheuchten, die seine Füße rieben und ihm ein Lied sangen, wenigstens von weitem sehen. 

Endlich standen die Hirten vor dem Stall, und sie fanden das Kind in einer Krippe liegen, arm und bloß. Maria und Josef hatten mit den vielen Gästen alle Hände voll zutun, denn nicht nur die Hirten sondern auch die drei Könige hatten den Weg zur Krippe gefunden. 

"Ach", seufzte Maria, "wenn ich nur jemanden hätte, der dem Kind die Fliegen verscheucht, der ihm die Füße reibt und ihm ein Schlaflied singt!"

Da trat der Tölpel näher. Und als er weit und breit keine Engel sah, da wischte er seine Tränen ab, lachte vor Freude und kniete vor der Krippe nieder. Er verscheuchte die Fliegen, Er rieb dem Kind die Füße, um es zu wärmen, und sang ihm ein Lied , bis es einschlief.

Maria und Josef und die drei Könige staunten. Die Hirten aber schämten sich und nahmen den Tölpel auf dem Heimweg in ihre Mitte.




( unbekannter Autor)



Ich weiß nicht woher diese Geschichte kommt !        


In Erinnerung an alle lieben Menschen in meinem Herzen. In Dankbarkeit an alle lieben Menschen die mir tagtäglich das Leben bereichern, wünsche ich,  Alexandra, Euch 





                                                                                 Frohe Weihnachten       





                              





Kommentare:

  1. Hallo Alexandra,
    Stille Nacht üben wir hier gerade in allen Schwierigkeitsstufen auf dem Klavier....:))
    Eine schöne Weihnachtsgeschichte!
    Ich wünsche dir Frohe Weihnachten,
    Liebe Grüße, Sigrun

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  2. Wünsche dir und deiner Familie auch schöne Weihnachten!!!
    Alles Liebe, deine Helga

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  3. Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise der Familie.
    LG Ingrid

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  4. Liebe Alex,
    was für eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte! Hm, würde mich sehr interessieren, wie Deine ehemalige Lehrerin heißt, hört sich nach einer sehr interessanten Frau an. Meinst Du, ich kenne sie?
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben noch ein paar schöne, gemütliche und stille Weihnachtstage. Ganz liebe Grüße, Bärbel

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  5. Was für eine schöne Geschichte, rundum. Ja, es ist toll, dass es solche Frauen gibt!!! Alles Liebe für euch in diesen Tagen - Ghislana

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  6. Eine schöne Geschichte! Solche Situationen versüßen einem wirklich das Leben! Wünsche Dir Frohe Weihnachten!

    lg kathrin

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  7. Liebe Alex, vielen lieben Dank für diese zauberhafte Geschichte. Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr hineingerutscht und wünsche Dir und Deinen Lieben ein wundervolles neues Jahr. Ich freue mich schon sehr, Dich im neuen Jahr in Deinem Garten begleiten zu dürfen! Liebe Grüße
    Anja

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  8. Liebe Alex,
    vielen Dank für diese schöne Weihnachtsgeschichte! Man spürt richtig, dass die Begegnung mit deiner ehemaligen Lehrerin viel Schönes ausgelöst hat und für das Teilen danke ich dir!
    Ein frohes neues Jahr und viele liebe Grüße,
    Bianca

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Wer schreibt der bleibt, ich freue mich über jeden Kommentar!